Marina Jung

Mit Eltern suchtkranker Kinder fühle ich mich aufgrund meiner eigenen Betroffenheit speziell verbunden. Ich wünschte mir nichts mehr, als dass ich den Verein «Elsuki» schon früher kennengelernt hätte. Damals, als mein Sohn eine schwere Kokainabhängigkeit entwickelte. Als ich mich hilflos, verzweifelt, ohnmächtig – und sehr allein – fühlte.

Es ist vielleicht das grösste Verdienst von Elsuki, dass von Sucht betroffene Familien spüren, dass sie in ihrer Not nicht allein sind. Verbundenheit zu erfahren, gibt Angehörigen Orientierung, Halt und Kraft. Elsuki bietet aber noch viel mehr: Auf der Website des Vereins und auf dem Instagram-Account gibt es Informationen, die in dieser Art auf keiner anderen Plattform zu finden sind: Hier werden Erfahrungen ausgetauscht, wird die Lebensrealität von Angehörigen thematisiert, werden Gefühle validiert, wird das Unaushaltbare gemeinsam ausgehalten. Und hier werden Fachleute eingeladen, die Angehörigen wertvolle Anregungen geben. Damit Haltungen und Verhalten kritisch hinterfragt werden können.

Aus voller Überzeugung unterstütze ich den Verein Elsuki bei seinen wichtigen Aktivitäten und bei seinem unverzichtbaren Engagement. Damit Nahestehende von suchtkranken Personen die Hilfe erhalten, die sie verdienen. Allen, die hier mitwirken, danke ich von Herzen für ihre grossartige Arbeit.

Mein Buch «Kokainjahre» und mein Instagram-Account stehen für Aufklärung, Entstigmatisierung und für einen besseren Umgang mit Suchterkrankungen in der Familie. Ich spreche dieselbe Sprache wie Elsuki. Weil ich aus eigener Erfahrung weiss, wie wichtig es ist, von Erfahrungen anderer zu lernen.