Für alle Eltern,
die alles geben
und trotzdem nichts verändern können.
Manchmal ist der Wendepunkt
nicht die Rettung des Kindes –
sondern das Loslassen des Kampfes.
Du warst vierzehn,
als etwas kippte.
Leise.
Unaufhaltsam.
Drogen kamen,
viele,
als Suche
oder als Betäubung.
Wir liefen.
Therapien, Worte, Bücher.
Ich nannte es Hoffnung,
doch es war Kampf.
Die Sucht war schneller.
Stärker.
Ein Strudel,
der dich –
und uns –
mitnahm.
Mein Wendepunkt
kam im Dezember.
Du, gerade 19, auf dem Sofa.
Dein gezeichneter Körper da,
du selbst kaum noch.
Ich sah deinen Schmerz.
Niemand wählt so krank zu sein.
Und plötzlich
kein Denken mehr,
nur Wissen:
Wir sind machtlos.
Der Kampf fiel ab.
Nicht aus Kälte.
Aus Wahrheit.
Was blieb,
war Liebe ohne Auftrag.
Ein Platz ohne Bedingungen.
Ein Dasein
ohne Ziehen.
Ich weiß nicht,
wie deine Geschichte endet.
Meine hat sich hier gewendet:
Ich halte dich im Herzen.
Und lasse los.
