Einige von uns haben das Buch „Kokainjahre“ gelesen. Das Buch hat uns noch lange beschäftigt.
Und wie so oft entstehen gerade dann neue Fragen.
Fragen nach den Gedanken und Gefühlen hinter der Geschichte.
Marina hat sie sehr offen beantwortet. Daraus ist eine kleine Serie mit persönlichen Erinnerungen, Erfahrungen und Erkenntnissen entstanden, die wir nach und nach hier einstellen werden.
Die Hoffnung, dass es vorübergeht
Sehr lange habe ich mit niemandem darüber gesprochen, was bei uns los ist. Auch im Freundeskreis nicht. Und schon gar nicht bei der Arbeit.
Lange Zeit gingen wir ja davon aus, dass es sich bei Benedict um eine vorübergehende «Phase» handelt.
Reaktionen von Familie und Freunden
Erst als Benedict in die erste Langzeittherapie eintrat, haben wir unsere erweiterte Familie informiert. Alle waren zwar geschockt, reagierten insgesamt aber verständnisvoll, wenngleich auch unbeholfen, indem sie Durchhalteparolen und dergleichen formulierten.
Wie hätten sie auch anders reagieren können, wenn Suchterkrankungen in breiten Kreisen immer noch mit vielen Vorurteilen behaftet sind?
Ein offener Umgang fiel mir schwer
Auch danach fiel es mir in vielen Situationen schwer, offen mit den Menschen in unserem Umfeld umzugehen. Jede Frage nach unserem Befinden bedeutete für mich großen Stress, weil ich das Thema so rasch wie möglich wechseln wollte.
Und dann waren da auch die vielen Notlügen, zu denen ich greifen musste, wenn Freunde bei uns
vorbeikommen wollten, oder wenn wir Einladungen erhielten.
Würde ich mich heute anders verhalten?
Ich weiß es nicht.
Solange suchtkranke Menschen gesellschaftlich stigmatisiert werden, würde ich auch heute gut überlegen, wem ich von der Suchterkrankung erzähle, wann und in welcher Form.
Die Sucht des eigenen Kindes aber vollständig zu verheimlichen, wie wir dies taten,
verstärkt das Gefühl der Ohnmacht, der Hilflosigkeit und der Einsamkeit zusätzlich.

Mach, dass es gut wird lieber Gott….war auch immer mein Mantra.
In meinen Gedanken heißt der Satz seit dem 13.08.2026 nun : “ Mach, dass mein Sohn die Kraft und Liebe spürt, ein anderes Leben annehmen zu können“. Es kann erst gut werden, wenn er das möchte.
Hallo Susann,
ich war schon länger nicht mehr auf elsuki, viel Arbeit, der Alltag, in URL gewesen, aber ohne geht es einfach nicht.
Du – ich – wir laufen alle nämlich in den selben Schuhe.
Dein Satz hat mich sehr berührt, und zwar: “ Mach, dass mein Sohn die Kraft UND Liebe spürt, ein anderes LEBEN annehmen zu können. Dies hat mich so sehr berührt im
Herzen, dass mir die Tränen kullerten. 🙁 Ich ändere das jetzt für mich nur ein klein wenig ab, nämlich so: Bitte lieber Vater im Himmel, mach dass mein Sohn die Liebe und die Kraft spürt, dass er auf Gottes Wegen umkehrt, in Jesu Namen. Amen. (Den Jesus gab sein Leben für uns Sünder, damit wir ewiges Leben empfangen können, nach dem Tod.
Wenn ich den Glauben nicht hätte, ich wüsste nicht wo ich wäre und was aus mir geworden wäre. Ich trinke nicht, ich rauche nicht- nichts dergleichen. Das ist für mich Befreiung für ein selbst bestimmtes Leben.
Ich wünsche dir Gottes SEGEN und Schutz für dich und deinen Sohn.
Im Gebet seit fast 9 Jahren für meinen Sohn.
Eine gläubige Frau die Jesus nachfolgt… best ever…
Liebe Gabriella,
ich stelle mir immer vor, dass mein Sohn sich aktuell in einer grenzenlosen Dunkelheit befindet und da allein nicht herausfindet. Aus diesem Grund zünde ich täglich ein Licht für ihn an und bete tatsächlich zu Gott, dass er ihn auf den Weg führt und mein Sohn das Licht in der grenzenlosen Dunkelheit sieht. Gleichzeitig gibt mir das Licht auch Hoffnung, es ist ein Zeichen dafür, dass es in der Dunkelheit das Licht ist, was uns herausführt und ein Zeichen setzt. Daran glaube ich ganz fest. “ Es gibt immer ein Licht“. Viele Grüße, Susann