Dramatischer Himmel über einer Landschaft mit dem Titel „Zwischen Allmacht und Ohnmacht“.

Zwischen Allmacht und Ohnmacht

Ein Referent in einem unserer Online-Meetings schilderte die zentrale Schwierigkeit vieler Eltern suchtkranker Kinder mit diesem einen Satz:

„Eltern pendeln zwischen den beiden Extremen Allmacht und Ohnmacht.“

Doch was hat er damit eigentlich gemeint?

Allmacht

Allmacht ist das Gefühl oder die Vorstellung, alles kontrollieren, beeinflussen oder lösen zu können.

„Ich muss einen Weg finden, mein Kind zum Umdenken zu bewegen.“

„Ich schicke meinem Kind Beiträge oder Botschaften.“

„Ich recherchiere Beratungsstellen und Kliniken.“

Ohnmacht

Ohnmacht ist das Erleben, keinen Einfluss mehr zu haben und einer Situation hilflos ausgeliefert zu sein.

„Ich habe keinen Zugang mehr zu meinem Kind.“

„Nichts, was ich tue, verändert etwas.“

„Ich weiß einfach nicht mehr weiter.“

„Ich verliere mein Kind an die Sucht.“

Wie kommt es dazu, dass wir zwischen beiden Extremen hin- und herpendeln?

Ohnmacht ist ein Gefühl, das kaum auszuhalten ist. Der verständliche Versuch, wieder Einfluss zu gewinnen, führt viele Eltern zunächst in die Allmacht.

Wir suchen nach Lösungen.
Wir informieren uns.
Wir reden.
Wir hoffen.
Wir kämpfen.

Solange wir das Gefühl haben, noch etwas bewirken zu können, bleiben wir in Bewegung.

Irgendwann kommt bei vielen von uns jedoch der Moment, in dem wir erkennen, dass wir die Entscheidungen unseres Kindes nicht kontrollieren können.

Das Pendel schlägt um.

Aus Allmacht wird Ohnmacht.

Pendeln zwischen zwei Extremen

Das eigentliche Problem ist jedoch nicht nur die Allmacht. Und auch nicht nur die Ohnmacht. Sondern das ständige Pendeln zwischen beiden.

Mal schöpfen wir Hoffnung und glauben, etwas verändern zu können.
Mal erleben wir neue Hilflosigkeit und Verzweiflung.
Unsere Gedanken, unsere Gefühle und oft auch unser Handeln werden von den Entscheidungen unseres Kindes bestimmt.

Einen festen Stand zu finden, wird dadurch unglaublich schwer.

Und genau dieses ständige Pendeln kostet Kraft.
Es lässt uns immer wieder reagieren, statt aus einer eigenen Haltung heraus zu handeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte beachte, dass wir Kommentare vor der Veröffentlichung prüfen. Wir behalten uns vor, Beiträge aus Gründen der Länge, Lesbarkeit oder inhaltlichen Ausrichtung nicht oder nur gekürzt zu veröffentlichen. Die minimale Länge eines Kommentars beträgt 10 Zeichen und die maximale Länge darf 2500 Zeichen nicht überschreiten.

Zeichen: 0/1500