Beiger Hintergrund mit zentriertem Text: „Stützen – aber nicht beschützen. Halten – aber nicht aushalten.“ Darunter in kleinerer Schrift: „Do & Don’t-Tipps von Eltern für Eltern – aus der Selbsthilfe."

Do and Don’ts von Eltern für Eltern

Zwischen Liebe, Angst und Hilflosigkeit. Was hilft im Umgang mit unseren Kindern -und was eher nicht?

Wir haben eine Umfrage gestartet – und das sind die Do and Don’t Tipps von Eltern suchterkrankter Kinder für betroffene Eltern.

Unsere gesammelten Erkenntnisse findest du in der nachstehenden Liste – zum Nachspüren für jeden, der mag.

✅ DO – Was uns Eltern geholfen hat:

Dein Kind immer spüren lassen,
dass du es trotz allem über alles liebst.

Totale Akzeptanz – keine Vorschläge mehr.

Simon Batta, ein Coach mit eigener Suchterfahrung,
war der Gamechanger.

Zuhören

Stützen – aber nicht beschützen.

Halten – aber nicht aushalten.

Sich selbst Hilfe suchen und
das eigene Leben pflegen.

Perspektivenwechsel
# EinsichtdurchZweisicht

Lügen ansprechen ohne zu strafen oder enttäuscht sein.
Es ist Teil ihrer Überlebensstrategie.

Begleiten aber nichts abnehmen.

Ich helfe dir, wenn du wirklich Hilfe möchtest
und nicht nur, weil du sie brauchst.

Ehrliche Kommunikation mit den Kindern
und sich als Eltern selbst reflektieren.

Ganz klare (neue) Spielregeln ohne Wenn und Aber.

Akzeptanz und Wahrheit

❌ DONT – Was nicht geholfen hat:

Langzeittherapie erzwingen hat
überhaupt nichts gebracht.

Nicht „Dealer“ des Kindes sein und z. B. Suchtmittel
oder Substitution einteilen oder verwalten.

Anflehen und Betteln aufzuhören.

Gar nicht funktioniert hat bisher: loslassen.

Es nutzt nichts andauernd an seinen
starken Willen zu appellieren.

Kontrolle funktioniert nicht.

Die Hoffnung nehmen, dass es vielleicht
doch irgendwann einmal gut wird.

Banale, unüberlegte Bemerkungen

Komplettes Ignorieren der Situation

Zeigen, dass man sein Kind trotz aller Probleme
liebt und annimmt –
Die Angst hat mich zu einer Furie werden lassen.
Mein Sohn hat es leider nicht geschafft.

Eine eigene Liste schreiben

Diese Liste ist nicht vollständig.
Jeder muss ihre oder seine eigene Liste schreiben. Vielleicht ist unsere Sammlung eine Inspiration –
oder ein Impuls, um über die eigene Haltung nachzudenken.

Welche Erfahrung würdest du noch ergänzen? Was hat dir geholfen oder gar geschadet?

🧡 Niemand ist allein mit seinen Sorgen. Danke an alle, die diese Liste mit erstellt haben.

3 Kommentare

  1. Hier eine Ergänzung zu Do’s: Informiert sein.
    Hintergrund: seitdem ich mich informiere über vieles rund um das Thema Sucht geht es mir viel besser. Ich habe mehr Verständnis für das Verhalten meines Sohnes – und auch für mich.

  2. Lügen anzusprechen und nicht enttäuscht zu sein, finde ich kaum machbar. M.E. wird hier von den Eltern eine therapeutische Haltung erwartet. Eltern sind Menschen und können und sollten auch emotionale Regungen haben dürfen.
    In meiner Arbeit in Suchthilfeeinrichtungen und viel Kontakt mit Suchterkrankten Menschen, höre ich immer wieder, dass erst ein Kontaktabbruch der Eltern, Geschwister ein Weckruf war. Auch das ist m.E. richtig, wenn es sich für die Eltern richtig anfühlt.
    Die Punkte Stützen und Halten aber nicht Beschützen und Aushalten. Eltern und Geschwister sind was sie sind und müssen und sollten das tun was im Moment für sie richtig ist. Toll, wenn solche Listen helfen.
    Für mich ist die Tatsache eine Mutter eines Suchterkrankten Sohnes zu sein ein Prozess gewesen. Da ist nunmal zu Anfang der Versuch des Zwangs und Drucks hin zu einer Therapie, Kontrolle ein Punkt. Das ist ein Weg, jeder geht ihn anders. Es gibt Eltern die sich schützen müssen und die loslassen müssen um überhaupt noch weiterleben zu können. Es gibt Eltern die an allem noch teilhaben können, ganz große Begleiter sind. Das ist alles gut. Jeder Suchtkranke ist anders und je nach Stoff ist das eine möglich, das andere nicht. Mitgefühl mit sich selbst, das ist was ich auf die Liste setzten möchte. Mein Sohn hat einmal zu mir gesagt: egal was Du getan hast oder nicht getan hast, es hatte keinen Einfluss. Ich wollte konsumieren und nichts hätte mich davon abgehalten.

  3. Liebe Christina, danke für dein Feedback. Obwohl sich unsere Geschichten ähneln, ist es doch sehr unterschiedlich, was Angehörige tragen und ertragen können. Und ja, Kontaktabbruch und Rückzug können notwendige Schritte sein, um selbst nicht mit unterzugehen – und vielleicht kann das auch bei unseren Kindern etwas anstoßen. Man weiß es nicht.
    Den meisten Eltern tut es gut, sich auszutauschen. Gemeinsam solche Listen zu erstellen, kann sich gut anfühlen. Sich verstanden fühlen, vielleicht kann man auch tatsächlich den ein oder anderen Gedanken weitergeben. Aber ich gebe dir Recht, es gibt keine Abkürzung. Auf unserem Weg verlieren wir uns oft selbst ein Stück weit. Für alle Eltern ist es ein Prozess, einen Umgang mit der Sucht des Kindes zu finden. Und ja auch die dos and don’t sind unterschiedlich. Die Liste ist eine Ideensammlung aus der Eltern-Community. Jeder kann sich das herausziehen, was für ihn oder sie passt. Es gibt ja kein Patentrezept. Alles Liebe, Barbara

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